elbePorzellan, bizarre Felsen und einem straken Mann begegnen den Reisenden auf der Sternradtour ab Dreseden an der Elbe. Der Elbe-Radweg folgt auf 1220 Kilometern den Fluten des gleichnamigen Flusses und ermöglicht von Dresden aus eine Sternradtour zu unternehmen. Wer gen Südosten fährt, passiert zunächst das historische Zentrum der sächsischen Landeshauptstadt. Semperoper, Zwinger, Frauenkirche und der Fürstenzug formieren den Auftakt zu einer Reise durch fabelhafte Landschaften und hinreißende Gemeinden. Nur wenige Kilometer hinter Dresden schmiegt sich der Park von Schloss Pillnitz ans Elbufer. August der Starke gab 1720 den Befehl, das bereits vorhandene herrschaftliche Anwesen im barocken Stil auszubauen. Die Treppen vor dem Haupttrakt führen unmittelbar hinunter an den plätschernden Strom und ziehen an warmen Sommertagen Sonnenanbeter und Müßiggänger gleichermaßen an. Die prunkvollen Gärten und Mauern hinter sich lassend, erreicht man alsbald Pirna. Die Kleinstadt fungiert als Pforte zur Sächsischen Schweiz und wird vom majestätischen Schloss Sonnenstein überragt. Nun rückt die imposante Bastei ins Blickfeld der Reisenden und vermag jene schon aus weiter Entfernung zu verzaubern.

Die Juwele der Sächsischen Schweiz

elbe2Die Elbe hat seit Jahrmillionen das Antlitz der Region geformt und sich tief in den weichen Sandstein Ostsachsens eingegraben. Dabei entstanden faszinierende Formation, die Klippen, Kegeln und Tafelbergen ähneln. Sein Meisterstück kreierte der Fluss mit der Bastei. 194 Meter liegen zwischen der Wasseroberfläche und den spitzen Gipfeln der Felsflanken und offerieren den Besuchern atemberaubende Panoramen. Bad Schandau, das durch den Fluss separierte Städtchen Rathen und die Festung Königstein seien in diesem Zusammenhang als optische Leckerbissen genannt. Letztere Sehenswürdigkeit meint die größte Bergburg des europäischen Kontinents und ermöglicht bei einer Sternradtour der Elbe entlang in einen 152 Meter tiefen Brunnen zu blicken. Hochkulturell geht es auch im Kurort Rathen zu. Auf dessen Felsenbühne werden allsommerlich international beachtete Aufführungen gezeigt. Weiter flussaufwärts erhebt sich der Lilienstein über dem Elbtal. Der markante, tatsächlich rechtwinklige Tafelberg fungiert als Wahrzeichen der gesamten Sächsischen Schweiz und zieht Kletterfreunde aus aller Welt an. Vom Sattel aus wird man immer wieder Sportler entdecken können, die sich die Wände des Liliensteins emporhangeln und anschließend den Rundblick über Sachsen genießen.

Augusts Leidenschaft

elbe3August der Starke hegte einen Faible für chinesische Künste. Er begann eine wertvolle Porzellansammlung anzulegen, die noch heute im Grünen Gewölbe zu Dresden besichtigt werden kann. Weil er seinen Beinamen nicht umsonst trug und die Geschicke seines Herrschaftsbereiches mit starker und selbstbestimmter Hand lenkte, gründete er 1710 in Meißen eine Porzellanmanufaktur. Nachdem der Elbradweg nördlich von Dresden die Moritzburg tangiert hat, windet er sich auf das hübsche Städtchen zu, das diesen künstlerisch weltweit hoch angesehenen Werkstätten ihren Namen verlieh. Das helle Gestein der Albrechtsburg und der dunkle Dom heißen die Radfahrer in Meißen willkommen und geleiten sie zielsicher zur nostalgischen Schauwerkstatt. Tischgedecke, filigrane Puppen und edle Dekorationen – das flexible Porzellan lässt sich nach Belieben formen und so werden die Besucher der Manufaktur aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Im Anschluss passiert die Elbe fruchtbare Landschaften und strömt unaufhaltsam Riesa entgegen. Ein Riese, so sagt es eine uralte Legende, soll dereinst am Ufer Rast gemacht und durch sein Gewicht im Hinsetzen einen Erdhügel aufgeschoben haben. Der Riesenhügel ist noch heute sichtbar und gilt als Keimzelle der Stadt.

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